Literaturpreis: 15 Jahre Geschichten über das Land

PREISÜBERGABE - Mehr als 350 Manuskripte von rund 200 Autorinnen und Autoren zum Thema „Durst“ wurden für den 15. Forum Land Literaturpreis eingesandt. Drei Sieger in den Kategorien Prosa, Lyrik und Junge Autoren wurden gekürt und ausgewählte Werke in Buchform veröffentlicht.

(c) Artur Riegler

Die traditionsreiche Weinkellerei Lenz Moser in Rohrendorf im Bezirk Krems bildete am 24. Oktober den würdigen Rahmen, um die Sieger des diesjährigen Forum Land-Literaturpreises, der nun bereits zum 15. Mal mit Unterstützung der NÖN und der ORF-Sendung „Land und Leute“ ausgeschrieben wurde, zu ehren. Mehr als 350 Werke wurden dazu im Vorfeld von rund 200 Autorinnen und Autoren aus ganz Österreich, aber auch aus den deutschsprachigen Nachbarländern eingesandt. 

Dementsprechend viel zu lesen und zu bewerten hatte auch die hochkarätig besetzte Jury unter dem bewährten Vorsitz des bekannten „Polt“-Autors Alfred Komarek. Seinem kreativen Kopf ist einmal mehr das heurige Thema „Durst“ entsprungen. Besonders erfreulich ist es, dass sich die Einsender mit den vielen Facetten des Themas „Durst“ – von unerfüllter Sehnsucht über die Auswirkungen des Klimawandels bis hin zur Kritik an der Konsumgesellschaft – auseinandergesetzt und dabei nicht nur das am Thema Offensichtliche in Worte gegossen haben, resümiert die Jury.

Was allen Einreichungen gemein ist: „Es gibt viele Literaturpreise – doch meines Wissens gibt es keinen einzigen, der so klar und deutlich sagt wie der unsere, er sei dem ländlichen Raum gewidmet“, bekräftigt Nö. Bauernbunddirektorin und Forum Land-Obfrau Klaudia Tanner. „Das Traditionsbewusstsein in Alltag und Sprache zu erhalten und die Talente des ländlichen Raumes zu fördern sind nach wie vor wesentliche Ziele des Forum Land-Arbeitskreises ‚Kultur in den Dörfern’“, erläutert Literaturpreis-Initiator und Geschäftsführer des Arbeitskreises Prof. Paul Gruber die Zielsetzung des Wettbewerbs. Zum halbrunden Jubiläum des Forum Land Literaturpreises wurde auch ein Hörbuch mit allen Gewinnerwerken aus den vergangenen 15 Jahren präsentiert.

Bei der diesjährigen Ausschreibung ging der gebürtige Villacher und Wahlwiener Norbert Kröll mit seiner Erzählung „Irr-Reversibel“ in der Kategorie „Prosa“ siegreich hervor. Herbert Eigner aus Enzesfeld-Lindabrunn im Bezirk Baden durfte für sein Gedicht „joareszeitn“ den ersten Preis in der Kategorie „Lyrik“ entgegennehmen. In der Kategorie „Junge Autoren“, die junge Talente bis 30 Jahre nochmals eigens vor den Vorhang holt, entschied der 28-jährige Wiener Michael Wittmann mit seiner Kurzgeschichte „Zwischen den Rüben“ für sich. Das literarische Können wurde mit einem honorigen Preisgeld von 2500 Euro je Kategorie bedacht.

Eine Abordnung der Langenloiser „Edelreiser“ zeichnete für die musikalische Umrahmung der Feier verantwortlich. Die Siegerwerke wurden gekonnt und äußerst beeindruckend von Schauspieler Michael Schefts vorgetragen. Als charismatischer Moderator durch den Abend führte der Vorsitzende des Arbeitskreises, Nationalrat Johann Höfinger. Die Preisverleihung fand ihr gemütliches Ende beim regionstypischen Buffet im historischen Glashaus – liebevoll zubereitet von der Fleischerei Winkler und freundlicherweise unterstützt von der Niederösterreichischen Versicherung.

Die besten Manuskripte wurden in bewährter Weise wieder in einem Sammelband veröffentlicht. Das Buch „Durst“ ist im Österreichischen Agrarverlag erschienen und umfasst 42 ausgewählte Einreichungen aus allen Kategorien auf 137 Seiten. Es ist bei „Forum Land, Arbeitskreis Kultur in den Dörfern“ um 14,95 Euro erhältlich. Bestellungen telefonisch unter 02742/9020-2000 oder per Mail an „office@noebauernbund.at“.

30. Oktober 2017